Kaiserreich und Erster Weltkrieg (1914–1918)
Ab 1914 diente die Drover Heide als Exerzierplatz des Kaiserlichen Heeres zur Rekrutenausbildung. Die nährstoffarme, dünn besiedelte Heidefläche war ideal für Marsch- und Gefechtsübungen. In Drove entstanden Offiziershäuser, die noch heute stehen. Mit Kriegsende 1918 und der alliierten Besatzung des Rheinlands endete die erste Phase der militärischen Nutzung vorläufig. [1][2]
Mehr dazu: Preußen, Kaiser und Erster Weltkrieg
Wehrmacht und Zweiter Weltkrieg (1933–1945)
Mit der NS-Machtergreifung 1933 und der Remilitarisierung des Rheinlands 1936 reaktivierte die Wehrmacht den Übungsplatz. Im November 1944 wurde die Stadt Düren durch einen alliierten Bombenangriff zu etwa 97 Prozent zerstört — eines der schlimmsten Bombardements auf deutschem Boden. Artilleriebeschuss und Blindgänger in der Drover Heide hinterließen eine Munitionsbelastung, die bis heute nicht vollständig geräumt ist. [1][2]
LEBENSGEFAHR !
Das gesamte Gebiet außerhalb der freigegebenen
Wege ist aufgrund seiner früheren Nutzung mit
Munition und sonstigen Kampfmitteln belastet.
BETRETEN STRENGSTENS VERBOTEN !
Mehr dazu: Wehrmacht, Krieg und Beschuss (1933–1945)
Belgischer Panzerübungsplatz (1951–2004)
Ab 1951 beschlagnahmten belgische Streitkräfte die Drover Heide als Truppenübungsplatz. Belgische Panzerbataillone aus dem Camp Bodart in Düren nutzten das Gelände 53 Jahre lang für Übungen. Die dabei entstehenden Panzerfahrspuren füllten sich zu über 600 Kleingewässern — dem Fundament des heutigen Artenreichtums. Ende 2004 verließ das letzte belgische Kontingent das Gelände. [1][2]
Mehr dazu: Belgische Streitkräfte als Panzerübungsplatz (1951–2004)
Nike-Raketenstation Thum (1962–1991)
Am Nordostrand der Drover Heide errichteten belgische Streitkräfte ab 1962 eine NATO-Flugabwehranlage. Zuerst Nike-Ajax, ab 1966 Nike-Hercules — mit der Fähigkeit, Atomsprengköpfe zu tragen. Feuerleitstelle war auf dem Nideggen-Berg; die Truppen waren in Camp Bodart untergebracht, verbunden durch die heutige Panzerstraße. 1991 aufgegeben, 2019 abgerissen — drei Raketenbunker dienen heute als Fledermausquartier. [1][2]
Mehr dazu: Atomschutzschirm über der Eifel — Nike-Raketenstation Thum
Abzug und Öffnung (2002–2005)
Im Juni 2002 verabschiedeten König Albert II. und Bundespräsident Rau die belgischen Streitkräfte aus Deutschland. Die Drover Heide wurde noch bis Ende 2004 genutzt. Im November 2005 öffnete das Gebiet erstmals als Naturschutzgebiet. Die Biologische Station Düren betreut das Schutzgebiet seitdem. [1][2]
Mehr dazu: Abzug, Öffnung, Wandel (2002–2005)
Eigentum und Abriss (2016 und 2019)
Im April 2016 übernahm die NRW-Stiftung 636,86 Hektar der Drover Heide aus Bundesbesitz und sicherte das Schutzgebiet dauerhaft ab. Im Januar 2019 ließ die Stiftung die verfallenen Gebäude der Raketenstation Thum abreißen — 20 Gebäude und der Wachturm fielen den Baggern zum Opfer; drei Bunker blieben als Fledermausquartiere erhalten. [1][2]