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Naturschutz

Die Drover Heide ist als FFH-Gebiet und Naturschutzgebiet geschützt und seit 2016 im Besitz der NRW-Stiftung. Die Biologische Station Düren betreut das Gebiet seit 1999 mit Beweidung, mechanischer Entbuschung und kontrollierten Bränden, die den Gehölzaufwuchs zurückhalten.

Großer Leitartikel Umfassende Zusammenfassung & Einführung

Naturschutz in der Drover Heide — Rechtsrahmen, Pflege und Trägerschaft

Seit 2005 steht die Drover Heide als Naturschutzgebiet DN-008 unter Schutz [4]; gleichzeitig ist das Gebiet als FFH-Gebiet DE-5205-301 und Vogelschutzgebiet DE-5205-401 in das europäische Natura-2000-Netz eingebunden [5]. Landschaftsplan, nationaler Gebietsschutz und Europarecht legen gemeinsam die Erhaltungsziele fest und bestimmen, welche Maßnahmen im Gelände möglich oder notwendig sind. Den Erhalt der Artenvielfalt sichern in der Praxis die aktive Gebietspflege durch die Biologische Station im Kreis Düren seit 1999 und das Eigentum der NRW-Stiftung seit 2016. [1]

Das europäische Schutzrecht als Erhaltungsrahmen

Der Kern des Natura-2000-Schutzes sind konkrete Lebensraumtypen, für deren Erhalt Deutschland gegenüber der EU verantwortlich ist. Für die Drover Heide benennen die Gebietsdaten vier Schwerpunkte: Feuchte Heidegebiete mit Glockenheide (Erica tetralix) (LRT 4010), Trockene Heidegebiete (LRT 4030), Pfeifengraswiesen auf nährstoffarmen Böden (LRT 6410) und nährstoffarme, basenarme Stillgewässer mit Pioniervegetation (LRT 3130). Hinzu kommen Tierarten des Anhangs II, darunter der Kammmolch (Triturus cristatus). [5]

Diese Einordnung hat praktische Konsequenzen. Pflegemaßnahmen müssen nicht nur ökologisch sinnvoll sein, sondern nachweislich auf die Erhaltung oder Verbesserung dieser Lebensraumtypen einwirken. Das schließt Beweidung, kontrollierte Brände und mechanische Entbuschung ebenso ein wie das Offenhalten der temporären Gewässer und den Verzicht auf jede Form von Nährstoffeintrag in das Gebiet. [5]

Militär als Vorläufer des Naturschutzes

Die Schutzwürdigkeit der Drover Heide ist direkt aus der Nutzungsgeschichte erwachsen. Bis Ende 2004 nutzte zunächst die deutsche Wehrmacht, dann die belgischen Streitkräfte das Gebiet als Truppenübungsgelände. Dieser über einhundert Jahre andauernde Betrieb verhinderte Bebauung und intensive Landwirtschaft; Fahrspuren und Bodenwunden erzeugten offen gehaltene Flächen und über 600 temporäre Kleingewässer, in denen heute Amphibien, Libellen und seltene Großbranchiopoden leben. [3]

Diese Struktur blieb erhalten, weil keine flächendeckende Sukzession einsetzte und weil die Biologische Station Düren bereits ab 1999, noch während der belgischen Militärpräsenz, im Auftrag der damaligen Eigentümerin (Bundesagentur für Immobilienaufgaben, BIMA) mit Kartierungsarbeiten begann. Diese frühe fachliche Begleitung bildete die Grundlage für das spätere Schutz- und Pflegekonzept. [1][3]

Biologische Station und NRW-Stiftung als operative Partner

Die Biologische Station im Kreis Düren e.V. koordiniert das Gebietsmanagement: Monitoring von Flora und Fauna, Planung und Umsetzung aller Pflegemaßnahmen, Wegekonzept und Besucherlenkung sowie die naturschutzfachliche Beratung der Eigentümerin. Die Kontinuität dieser Betreuung über mehr als zwei Jahrzehnte ist selten und fachlich bedeutsam, weil Veränderungen im Artenbestand und der Vegetationsstruktur nur im Vergleich mit langfristigen Basisdaten verlässlich bewertet werden können. [1]

Im April 2016 erwarb die NRW-Stiftung den überwiegenden Teil der Drover Heide und sicherte die Fläche dauerhaft naturschutzorientiertem Eigentum. Unter dieser Trägerschaft wurden größere Maßnahmen möglich: 2019 wurden die Gebäude und Anlagen der ehemaligen Raketenstation abgerissen und das Gelände für die naturschutzfachliche Nutzung freigegeben. [1]

Pflege als Daueraufgabe

Heidegebiete sind keine stabilen Systeme. Ohne regelmäßige Eingriffe würden Birken und Zitterpappeln die offenen Flächen überwachsen, Schilf würde Tümpel verlanden, und die nährstoffarmen Magerrasen würden sich unter zunehmendem Blattfilz und Konkurrenz verändern. Das Kreisjahrbuch 2007 der Biologischen Station formuliert es direkt: Die auf den strapazierten Böden wachsenden Heiden seien „nur ein Zwischenstadium der natürlichen Entwicklung in Richtung Wald.” [3]

Extensive Beweidung durch Schafe, Schottische Hochlandrinder und Thüringer Waldziegen hält die Flächen seit 2005 offen. Kontrollierte Winterbrände von 10 bis 15 Hektar, seit 2007 fester Bestandteil des Pflegekalenders, kommen ergänzend hinzu; in Bereichen, die für Beweidung und Feuer zu dicht sind, greift mechanische Entbuschung. Die Einzelheiten dieser Maßnahmen sind im Artikel Mit Feuer und Herden ausführlich beschrieben. [1][3]

Wegekonzept und Munitionsbelastung

Die Drover Heide ist öffentlich zugänglich über ein Netz markierter Wanderwege. Dieses Wegegebot ist nicht allein naturschutzfachlich begründet. Das gesamte Gebiet außerhalb der freigegebenen Wege ist aufgrund der Nutzung als Truppenübungsplatz mit Munition und anderen Kampfmitteln belastet. Alle Pflegemaßnahmen — Maschineneinsatz, Brände, Beweidungskoppeln — müssen auf dieser Grundlage geplant werden. Der Kampfmittelräumdienst NRW ist regelmäßig auf dem Gelände aktiv. [2][4]


Beiträge zur Vertiefung

3 Beiträge
  • Naturschutz

    Mit Feuer und Herden — Aktive Landschaftspflege auf der Drover Heide

    „Heide wächst nicht von selbst. Schottische Hochlandrinder, Thüringer Waldziegen, Schafe und kontrolliertes Brennen halten die offene Landschaft der Drover Heide seit 2005 am Leben — koordiniert von der Biologischen Station Düren.“

    #Naturschutz #Beweidung #Hochlandrinder
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  • Naturschutz

    Die Biologische Station Düren — Wächter der Drover Heide seit 1999

    „Seit 1999 betreut die Biologische Station im Kreis Düren e.V. das Schutzgebiet Drover Heide — zunächst im Auftrag des Bundes, heute im Dienst der NRW-Stiftung. Kartierung, Monitoring, Wegekonzept und Pflegekoordination: ein Porträt der zentralen Schutzgebietsinstitution.“

    #Naturschutz #Biostation #Kartierung
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  • Naturschutz

    Die NRW-Stiftung übernimmt die Drover Heide — dauerhafter Naturschutz ab 2016

    „Im April 2016 übernahm die NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege 636,86 Hektar der Drover Heide aus Bundesbesitz. Der Eigentümerwechsel sichert das Naturschutzgebiet dauerhaft ab — und schuf die Grundlage für den Abriss der Raketenstation Thum 2019.“

    #Naturschutz #NRW-Stiftung #Nationales Naturerbe
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Häufige Fragen

Wer besitzt die Drover Heide?

Seit April 2016 gehört der Großteil der Drover Heide (636,86 Hektar) der NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege. Zuvor war das Gebiet im Bundesbesitz. Die Biologische Station im Kreis Düren e.V. betreut das Schutzgebiet als Fachbehörde.

Darf man die Drover Heide frei begehen?

Nein. Das Gebiet darf ausschließlich auf den markierten Wanderwegen begangen werden. Im wegelosen Gelände besteht Lebensgefahr durch Kampfmittel aus Schießbetrieb und Zweitem Weltkrieg. Der Kampfmittelräumdienst NRW ist bis heute regelmäßig aktiv.

Was macht die Biologische Station Düren in der Drover Heide?

Die Biologische Station im Kreis Düren e.V. betreut das Schutzgebiet seit 1999. Sie koordiniert Beweidung mit Schafen, Hochlandrindern und Ziegen, führt kontrollierte Winterbrände durch, pflegt die mehr als 700 Tümpel und erhebt kontinuierlich botanische und zoologische Daten für das FFH-Monitoring.